3D-Daten für die Energiewende

Erfassung von Geodaten: Für zahlreiche energiewirtschaftliche Planungsentscheidungen werden komplexe und idealerweise auch dreidimensional aufbereitete Geoinformationen benötigt. Foto: BilderBox

Geoinformationssysteme (GIS) wandeln sich vom Dokumentations- zum Analysewerkzeug. Welche Chancen und Möglichkeiten dreidimensionale Geodaten für energiewirtschaftliche Anwendungen bieten, zeigt der neue Leitfaden des Runden Tisches GIS.

Geografische Informationen sind für die Energiebranche im Prinzip nichts Neues: Wer Kraftwerke und Stromleitungen betreibt, dokumentiert seine Anlagen schon lange mit digitalen Karten. Doch die Energiewende stellt die Branche vor neue Fragen. Zahlreiche Einzelaspekte wie Fragen der Wirtschaftlichkeit, des Natur- und Tierschutzes, der örtlichen Demografie, des Gebäudebestands, der Struktur vorhandener Versorgungsnetze oder auch des Energiebedarfs müssen gemeinsam betrachtet und analysiert werden.

Durch den Einsatz „intelligenter” 3D-Geodaten können einem dreidimensionalen Objekt wie zum Beispiel einer Hauswand oder einem kompletten Wohnblock beliebige Informationen zugeordnet werden – etwa Baujahr, Dämmwert oder jede andere Angabe von Interesse. Das erlaubt automatisierte großflächige Analysen.

Der neue Leitfaden (Download – PDF, 10,4 MB, kostenfrei) des Vereins Rundes Tisches GIS will als Handbuch die Fantasie von Planern und Entscheidern anregen, mit 3D-Geoinformationen neue Lösungswege für ihre Fragestellungen zu beschreiten und dabei von vorhandenen Erfahrungen zu profitieren. „Im Grunde geht es darum, mit den 3D-Experten und den Vertretern der Energiebranche zwei unterschiedliche Business- und Wissenswelten zusammenzubringen, die sich gerade erst begegnen“, erläutert Philipp Willkomm, Zweiter Vorsitzender desVereins.

Insgesamt haben 60 Autoren ihr Wissen in diesem Leitfaden zusammengetragen. Wissenschaftler unter anderem von der Technischen Universität (TU) München, der Hochschule für Technik (HfT) Stuttgart und der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich berichten über ihre aktuellen praxisbezogenen Forschungen. GIS-Anbieter und Energieversorger stellen in 18 Beispielen ihre Projekte vor. Ergänzend gibt es einen knappen, aber kompletten Überblick zu den aktuellen Rahmenbedingungen. Dazu zählen die gesetzlichen Vorgaben zur künftigen Energieversorgung, der aktuelle Stand der Technik in Sachen 3D-Daten bei Stadt- und Landschaftsmodellen sowie Informationen zu ihrer Verfügbarkeit durch öffentliche und private Datenanbieter.

Info: Der Runde Tisch GIS ist eines der größten ehrenamtlich organisierten Netzwerke zum Thema Geoinformation im deutschsprachigen Raum, das sich für den Wissenstransfer zwischen Behörden, Unternehmen und Wissenschaft engagiert. Die über 200 persönlichen und institutionellen Mitglieder des Vereins, der an der Technischen Universität München (Lehrstuhl für Geoinformatik) angesiedelt ist, kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.