Wie werden Kommunen der Plagegeister Herr?

Warnung vor Eichenprozessionsspinnern: Um in Siedlungsbereichen die Gefährdung von Menschen durch die giftigen Haare der Raupen zu vermeiden, sind die in Massen auftretenden Tiere zu beseitigen. Am umweltfreundlichsten geht das mit Absaugen. – Foto: Geithe/Shutterstock

Viele Regionen in Deutschland haben nach wie vor mit Eichenprozessionsspinnern zu kämpfen. Brennender Ausschlag, Atemwegserkrankungen oder gar eine lebensbedrohliche Schockreaktion – die Brennhaare der Raupen können für Menschen und Tiere zum gesundheitlichen Problem werden. Bei der Beseitigung ist besondere Vorsicht geboten. Was sollte beachtet werden?

Am wirksamsten und schonendsten: Absaugen mit Sicherheitssaugern der Staubklasse H
Das rät der Reinigungsmaschinenhersteller Nilfisk. Er hat Erfahrungswerte von Kunden bei der Beseitigung der Tiere gesammelt und ausgewertet. Dabei sind unbedingt Schutzanzug, Augenschutz sowie eine Atemschutzmaske zu tragen. Denn allein der ungeschützte Aufenthalt im Gefahrenbereich kann heftige Hautausschläge, die ärztlich behandelt werden müssen, zur Folge haben. Während des Arbeitseinsatzes steigt das gesundheitliche Risiko noch einmal deutlich an. Vor allem die Brennhaare, die beim Hautkontakt leicht abbrechen, sind gefährlich. Sie gleichen in ihrer Konsistenz Faserstoffen wie Asbest. Daher zwingend erforderlich: ein Sicherheitssauger der Staubklasse H zum Absaugen der Tiere.

Entscheidend: Leistung und Behältervolumen des Saugers
Im Anfangsstadium (Anfang bis Ende Mai) können die noch kleinen Raupen zuverlässig mit kleineren Saugern beseitigt werden, von Juni bis August sind Sauger mit mehr Leistung und einem größeren Behältervolumen erforderlich. Pro Baum ist mit einem Zeitaufwand von einer bis eineinhalb Stunden zu rechnen.

Entsorgung: am sichersten in der Müllverbrennungsanlage
Die Sauger sollten über Sicherheitsfiltersäcke verfügen, die eine sichere Entsorgung ermöglichen. Dies bedeutet: ab mit den Säcken in die Müllverbrennungsanlage.

Abflammen oder Pestizideinsatz: Experten raten ab
Beim Abflammen verlieren die Raupen ihre gefährlichen Brennhaare, diese werden dann in der Luft weitergetragen. Das ist unbedingt zu verhindern, da die Haare bis zu vier Jahre später noch allergische Reaktionen auslösen können. Der Einsatz von Pestiziden ist im Anfangsstadium möglich, allerdings sind die Raupen da noch so klein, dass sie mit bloßem Auge schlecht zu erkennen sind. Größere Raupen dagegen sind nahezu resistent gegen den Einsatz von Giftstoffen.