Wie gelingt die Rückkehr zur Normalität in den Innenstädten?

Warnhinweis vor einem Eiscafé: Um in Zeiten von Corona das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in den Städten jetzt wieder zu ermöglichen, braucht es kreative und wirksame Lösungen zur Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregelungen. – Foto: Artfocus/Adobe Stock

Für die Wirtschaft, aber mehr noch für das Lebensgefühl und die Zukunftshoffnung der Menschen ist es jetzt wichtig, das innerstädtische Leben wieder zu normalisieren. Dabei den Infektionsschutz nicht zu vernachlässigen, wird eine der großen Herausforderungen der nächsten Wochen sein. Die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland hält die Zusammenarbeit möglichst vieler Innenstadtakteure für notwendig, um Ideen für die räumliche und zeitliche Entzerrung des Betriebs in den Zentren zu entwickeln.

Nach der Vorstellung des Stadtmarketingverbandes könnten die Kommunen etwa ihre strengen Regelungen zu Sondernutzungen im öffentlichen Raum zugunsten einer „gesunden“ Außengastronomie mit Abstandsregeln sowie für den Warenverkauf aufweichen. Im Einvernehmen mit Händlern, Arbeitnehmern und sonstigen Dienstleistern könnten flexible Ladenöffnungszeiten sinnvoll sein. „Ein Denkverbot sollte es aktuell auch nicht für eine Sonntagsöffnung ohne Anlassbezug geben“, sagt die Vorsitzende der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing (BCSD), Bernadette Spinnen. Durch zeitliche und räumliche Entzerrung könnte das Innenstadtleben wieder aufgenommen werden, ohne durch Frequenzsteigerungen die erreichten Erfolge in der Corona-Bekämpfung zu riskieren. Für dieses Ziel müssten allerdings alle relevanten Akteure an einem Strang ziehen. „Dass wir das in Deutschland können, haben wir in den letzten Wochen bewiesen“, ist Spinnen überzeugt.

Mit Technik die Kundendichte steuern

Der BCSD sieht es auch für sinnvoll an, technische Lösungen zur Steuerung der Kundendichte einzusetzen. In vielen Innenstädten und vor allem in größeren Ladengeschäften sind diese bereits vorhanden. Sie würden es auch Handelsbetrieben mit über 800 Quadratmetern Verkaufsfläche ermöglichen, ihre Türen zu öffnen. „Wir appellieren an die Entscheidungsträger, dabei möglichst alle Innenstadtakteure zu berücksichtigen und nicht allein branchenspezifisch zu entscheiden. Dazu gehören neben dem Handel auch und vor allem die Gastronomie, die Kulturinstitutionen wie Museen, Galerien, die Büchereien und viele andere, die die Stadt zum Wohlfühl- und Identifikationsort für die Menschen machen“, so Spinnen.

Über den BCSD: Die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland wurde von Stadtmarketingverantwortlichen gegründet, um den Erfahrungsaustausch untereinander zu fördern und zu koordinieren und um die Belange des Stadtmarketings auf Bundesebene zu vertreten.

Red.