Trinkwasserinstallationen: Saubere Sache

Alles sicher im Sanitärbereich: Sensorgesteuerte und damit berührungslose Wascharmaturen kombinieren Infektionsschutz und Hygiene. - Foto: Wimtec

Bei der Wiederaufnahme des Schulbetriebs in diesen Wochen müssen die Schulträger den Schutz des Trinkwassers vor krankheitserregenden Legionellen und Pseudomonaden gewährleisten. Elektronisch gesteuerte Wasserentnahmestellen helfen die Hygiene in den Installationen sicherzustellen.

Für die nächsten Wochen ist die weitere stufenweise Öffnung der Schulen geplant. Dabei ist die Qualität des Trinkwassers in den Gebäuden zu beachten. Denn keine oder stark reduzierte Wasserentnahme über mehrere Wochen hinweg verursacht Stagnation, die eine Gefährdung für das Trinkwasser innerhalb der Schulgebäude und Wohnheime darstellt.

Stagnation ist das Verweilen von Wasser in Teilen einer Hausinstallation bei fehlender oder zu geringer Entnahme. Werden diese Komponenten nicht ausreichend durchströmt, werden sie als Totleitungen bezeichnet. Das von Totleitungen ausgehende Risiko hängt von zahlreichen Parametern ab. Besonders heikel ist das stehende Wasser in einem Temperaturbereich zwischen 25 und 45 Grad Celsius, denn in diesem finden Bakterien optimale Bedingungen zur Vermehrung.

Insbesondere die krankheitserregenden Legionellen und Pseudomonaden können bei stagnierendem und sich erwärmendem Kaltwasser das System kontaminieren und lassen sich dort nur mit sehr hohem Aufwand beseitigen. Dabei ist gerade in der aktuellen Situation auf Legionellen besonders zu achten, denn auch sie können eine tödliche, mit hohem Fieber einhergehende Lungenerkrankung auslösen. Um den gefährlichen Temperaturbereich zu vermeiden, schreibt die Richtlinie 6023 der Fachverbände VDI und DVGW für Kaltwasser eine Maximaltemperatur von 25 Grad vor und empfiehlt nach Möglichkeit maximal 20 Grad, bei Warmwasser eine Austrittstemperatur von mindestens 55 Grad.

Trinkwasser muss fließen, aber oftmals stagniert das Trinkwasser im Leitungssystem. Wird kein Wasser entnommen, steht das Wasser in den Leitungen. Betriebsunterbrechungen, die einen negativen Einfluss auf die Trinkwasserhygiene haben, kommen, unabhängig von einer Ausnahmesituation wie der aktuellen Pandemie, gerade bei Bildungseinrichtungen immer wieder vor, denn während der Ferien werden diese meist nicht genutzt.

Um eine negative Veränderung der Wasserqualität zu verhindern, ist nach VDI/DVGW 6023 entweder der bestimmungsgemäße Betrieb durch Spülmaßnahmen aufrechtzuerhalten oder es sind bei der Wiederinbetriebnahme besondere Maßnahmen erforderlich. Um nachzuweisen, dass die Wasserinstallation mikrobiologisch unbedenklich ist, alle Anforderungen eingehalten werden und die Gebäudeinstallation fit für die Wiederaufnahme des regulären Betriebs ist, sollte ein bis zwei Wochen vor der tatsächlichen Nutzung auch eine mikrobiologische Beprobung durch ein akkreditiertes Labor erfolgen.

Regelmäßiger Wasseraustausch

Werden die Spülungen durch personalintensives manuelles Öffnen und Schließen der Armaturen durchgeführt, entstehen hohe Personalkosten und Betriebskosten. Die Spülmengen sind undefiniert und überhöht, weil unbekannt ist, wie oft die Wasserabgabestellen tatsächlich genutzt wurden. Werden keine Spülungen durchgeführt, wird der bestimmungsgemäße Betrieb unterbrochen. Bei der Wiederinbetriebnahme ist in diesem Fall der Nachweis einer entsprechenden Wasserqualität zur rechtlichen Absicherung unbedingt anzuraten. War die Nutzung länger als vier Wochen eingestellt, sind Sanierungsmaßnahmen zur Wiedererreichung einer akzeptablen Wasserqualität meist unvermeidlich. Auch diese führen zu hohen Kosten und können sogar Schäden an der Installation zur Folge haben.

Die Trinkwasserqualität ist besonders von dem Nutzerverhalten abhängig. Bei diesem kaum beeinflussbaren Faktor setzen elektronisch gesteuerte Wasserentnahmestellen wie zum Beispiel das „HyPlus“-Gesamtkonzept von Wimtec an. Es zielt auf Kostenersparnis, Komfort und vor allem Hygiene. Als Hauptvorteil nennt der Anbieter die nachhaltige Verbesserung der Trinkwasserhygiene. Die intelligente Freispülautomatik WimTec HyPlus spült stagnierendes Wasser bedarfsgerecht aus und stellt den regelmäßigen und vollständigen Wasseraustausch sicher. Die Stagnationsfreispülung wird auf die örtlichen Anforderungen eingestellt und erfolgt nur bei Betriebsunterbrechung und unzureichender Nutzung. Bei regelmäßiger Entnahme wird keine Freispülung ausgelöst. Die Elektronik erkennt, wann und wie lange die Wasserabgabestelle das letzte Mal benutzt wurde und hemmt so das mikrobiologische Wachstum in der Trinkwasserinstallation.

Das Steuerprogramm Wimtec-Remote erlaubt dem Anwender die Einstellung, Dokumentation und Überwachung aller Spülmaßnahmen per Tablet. Die Armatureneinstellungen können in Vorlagen gespeichert und auf weitere baugleiche Armaturen übertragen werden. Nutzerverhalten, Anlagedaten und Geräteinformationen können ausgelesen und zum Betriebsbuch hinzugefügt werden, das gemäß VDI/DVGW Richtlinie 6023 über den gesamten Gebäudelebenszyklus dauerhaft zu führen und aufzubewahren ist.

Zur Anlagendokumentation verfügt das Programm über eine Exportfunktion. Damit können alle Daten wie beispielsweise Anzahl und Dauer der Nutzungen und Freispülungen als PDF- oder CSV-Datei gespeichert werden. Der Datenaustausch erfolgt nach Angaben des Herstellers sicher über die integrierte Micro-SD-Karte oder per WLAN über einen geschützten Bereich auf die Steuerplattform im Internet.

Im Zusammenhang mit der infektionssicheren Nutzung von Sanitärräumen gilt es außerdem zu beachten: Manuelle Armaturen sollten nach dem Händewaschen nicht berührt werden, denn am Armaturengriff finden sich Verunreinigungen durch das Öffnen mit den kontaminierten Händen. Besonders sicher sind Armaturen mit berührungsloser Auslösung, weil sie die erneute Kontamination der bereits gereinigten Hände verhindern. Vorteilhaft für den Einsatz bei Kindern sind berührungslose Waschtischarmaturen mit Thermostat, denn die einstellbare Temperatursperre schützt zuverlässig vor Verbrühungen.

Red.