Spielplatzkontrolle: Verwaltung leicht gemacht

Spielplatz in Königsbrunn: Geräte und Baumbestand werden mithilfe einer Fachanwendung in regelmäßigen Intervallen kontrolliert und die Arbeitsergebnisse rechtssicher dokumentiert. - Foto: Stadt Königsbrunn

Die Stadt Königbrunn ist auf die digitalisierte Erfassung und Pflege ihrer Daten von Straßen, Spielplätzen und Bäumen umgestiegen. Die Kontrolleure im Außeneinsatz profitieren von Synchronisierung auf Knopfdruck, die Verwaltung von vielfältigen Verarbeitunhgsoptionen der Software.

Gepflegte Grünanlagen, schöne Baumreihen, attraktive Spielplätze: Über all das können sich die rund 29.000 Einwohner von Königsbrunn (Bayern) freuen. Damit die Stadt in der Verwaltung ihrer Daten von 125 Kilometern Straßennetz, 100 Hektar Grünflächen, 36 Spielplätzen sowie 10 000 Bäumen auch rechtlich auf der sicheren Seite ist, arbeiten die Mitarbeiter seit Anfang dieses Jahres mit der Spezialsoftware „ProOffice“ Grün und Spielplatz, Baum sowie „mobil+“.

Zugleich wird ein Straßenbestandskataster gemeinsam mit der Gesellschaft für Straßenanalyse (GSA) aufgebaut. Die Ersterfassung der gesamten Daten wurde vom Dienstleister Hansa Luftbild durchgeführt.

Schon seit vielen Jahren liebäugelte die Stadt mit einem Baum- und Spielplatzkataster, denn für den Betriebshof spielte der Sicherheitsaspekt eine herausragende Rolle. Zustande kam das Projekt schließlich nach einer Ausschreibung, die auch das Straßenkataster umfasste. Über eine Empfehlung ist die Stadt auf die Pro-Office-Produkte gestoßen. Seit Februar 2018 arbeiten die Mitarbeiter nun mit der Software, die von der AED-Synergis gehostet wird.

Datenaustausch auf Knopfdruck

Besonders die intuitive Bedienbarkeit kommt in Königsbrunn gut an. „Uns gefällt die Software sehr gut“, erläutert Stephanie Detke vom Betriebshof der Stadt Königsbrunn. Die Bedienung sei anwenderfreundlich und intuitiv. Das erleichtere den Kontrolleuren vor Ort die Arbeit erheblich. „Sie können alle Daten praktisch mit einem Knopfdruck auf dem Tablet synchronisieren. Da muss nichts erst umständlich ex- und dann wieder importiert werden“, schildert Detke die Vorteile.

Damit alle Mitarbeiter schnell und effektiv mit der Software arbeiten können, wurden zunächst alle Kontrollen angelegt und zugewiesen. Schrittweise sollen nun über das Programm auch Arbeitsaufträge generiert und Kennzahlen hinterlegt werden. Angaben beispielsweise zu Flächengrößen oder Kosten pro Fläche können dann gut als Grundlage für künftige Ausschreibungen verwendet werden.

Die konsequente Datenpflege erspare künftig viel Arbeit, hofft Detke. Denn der Baumbestand mit derzeit etwa 10 000 Bäumen ist in Königsbrunn noch relativ jung. Die Stadt hat sich erst seit den 1970er-Jahren stark entwickelt. Dementsprechend ist auch der Baumbestand noch nicht so alt. Das macht die Kontrollen im Moment einfach. „Wir haben noch keine Baumdenkmäler und können relativ große Prüfintervalle festlegen“, erläutert Detke. „Es gab meines Wissens noch nie einen Rechtsfall wegen Bäumen oder größere Sach- oder Personenschäden.“

Trotzdem und gerade deshalb sei es für wichtig, dass ein Baumkataster eingeführt wird: „Nach und nach werden Kontrollen immer wichtiger werden. Wir möchten gerne Rechtssicherheit für alle Beteiligten und die Kontrollen auch gerichtsfest nachweisen können“, erläutert Detke die Motivation, vom Papier auf eine zuverlässige Software umzusteigen. „Papier ist vor Gericht nur begrenzt belastbar. Uns geht es auch darum, vorausschauend tätig zu werden und zu handeln, bevor die Probleme auf uns zukommen.“

Kleinere Überraschungen brachte aber auch schon die Ersterfassung der Bäume. Denn es hat sich herausgestellt, dass etwa 30 Prozent der Bäume mit einer meist sehr einfachen Pflegemaßnahme behandelt werden müssen. „Das ist eine sehr überschaubare Zahl, aber ich bin nicht sicher, ob wir auf herkömmlichen Weg auch zu diesem Ergebnis gekommen wären. Und 10.000 Bäume lassen sich nur sehr schwer auf Papier ordentlich verwalten. Wir sehen uns jedenfalls gut gerüstet“, ist sich Detke sicher.

Angelika Pöschl

Die Autorin
Angelika Pöschl ist Projektleiterin beim Softwarehersteller AED Synergis mit Sitz in Bonn

Info: AED Synergis auf der Fachmesse Kommunale: Halle 9, Stand 247