Schub für die Digitalisierung der Kommunalverwaltung in Baden-Württemberg

Auf Knopfdruck vollzieht sich die Digitalisierung der Kommunen nicht. Ein Kompetenznetzwerk für Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung soll in Baden-Württemberg Imluse geben. – Foto: Momius/AdobeStock

Baden-Württemberg investiert rund 20 Millionen Euro in die Digitalisierung von Kommunen. Gemeinsam mit den kommunalen Landesverbänden, dem IT-Dienstleister Iteos, der Führungsakademie sowie dem Fraunhofer-Institut IAO hat die Landesregierung das Kompetenznetzwerk Digitalakademie@bw mit einem Investitionsvolumen von über neun Millionen Euro als strategisches Projekt auf den Weg gebracht.

Die Digitalakademie ist ein bundesweit einzigartiges Kompetenznetzwerk für Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung, das von der Bildung bis zur Qualifizierung, vom E-Government bis zur Innovation alle Bereiche abdeckt. Die Partner arbeiten in einer Geschäftsstelle zusammen, um den Fortschritt der Aktivitäten zu analysieren, die Maßnahmen zu koordinieren und weitere Meilensteine zu vereinbaren.

Die Kommunen sollen nach der Vorstellung der Landesregierung individuell und entlang der tatsächlichen Bedarfe unterstützt werden. In den kommenden zwei Jahren sollen rund 1600 Mitarbeiter in den Kommunalverwaltungen zu Digitallotsen qualifiziert werden, kündigte Digitalisierungsminister Thomas Strobl an. Diese Lotsen sollen Innovationsmaßnahmen innerhalb ihrer Verwaltung vorantreiben und Impulsgeber sein für digitale Projekte.

Seit dem Start dieses Moduls im November 2018 wurden 197 Digitallotsen an der Verwaltungsschule des Gemeindetags sowie den Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademien Baden-Württembergs ausgebildet werden. Weitere 247 Verwaltungsbeschäftigte haben sich für das Digitallotsenprogramm angemeldet.

Um auch die Führungskräfte der öffentlichen Verwaltung mit Qualifizierungsmaßnahmen auf die digitale Arbeitswelt vorzubereiten, wurde innerhalb der Landesverwaltung das Kompetenzzentrum „Digital Leadership“ an der Führungsakademie eingerichtet. 423 Führungskräfte aus der Landesverwaltung wurden seither mit Qualifizierungsmaßnahmen unter anderem zu Führungskompetenzen in der digitalen Welt, E-Akte und Künstlicher Intelligenz erreicht.

Einige Kommunen in Baden-Württemberg steuern heute schon den öffentlichen Verkehr mit Echtzeitdaten, um Stau zu vermeiden und die Luftqualität zu verbessern. Andere Kommunen nutzen digitale Beteiligungsplattformen oder eine digitale Rathausassistenz mithilfe von Künstlicher Intelligenz.

Initiativen wie diese unterstützt das Digitalisierungsministerium durch Innovationswettbewerbe mit insgesamt zehn Millionen Euro. 55 „Digitale Zukunftskommunen@bw“ erhalten eine Förderung. Zudem wurden 2017 und 2018 insgesamt 143 Preisträger ausgezeichnet, die mithilfe des Programms „Städte, Gemeinden und Landkreise 4.0“ ihre digitalen Projekte auf den Weg bringen können.

Da ein Großteil der Verwaltungsleistungen auf kommunaler Ebene angesiedelt sind, wollen Land und Kommunen diese Herausforderung gemeinsam angehen. Dazu wurde das „Fachzentrum Digitale Verwaltung“ beim kommunalen IT-Dienstleister ITEOS eingerichtet. Vertreter der Kommunalverwaltungen, des Digitalisierungsministeriums und von ITEOS erarbeiten gemeinsam Online-Services, von denen einige bereits entwickelt und weitere in Planung sind. Basis der Verwaltungsdigitalisierung in Baden-Württemberg soll die bereits bestehende Plattform www.service-bw.de sein.