Hamburger Phosphorrecyclinggesellschaft gewinnt Rohstoff aus Klärschlammasche

Klärwerk Köhlbrand: Die neue Hamburger Phosphorrecyclinggesellschaft treibt die Rohstoffrückgewinnung im großtechnischen Maßstab voran - Foto: Hahn/Fotolia

Das Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen Hamburg Wasser und der Umweltdienstleister Remondis Aqua arbeiten in der neuen Hamburger Phosphorrecyclinggesellschaft zusammen. Das im März gegründete Unternehmen wird die weltweit erste großtechnische Anlage zur Rückgewinnung von Phosphor auf dem Klärwerk Hamburg errichten.

Beteiligt ist die Hamburger Stadtentwässerung, ein Unternehmen von Hamburg Wasser, zu 60 Prozent und Remondis Aqua Industrie zu 40 Prozent.

Die Anlage soll im Jahr 2020 in Betrieb gehen und aus rund 20.000 Tonnen Klärschlammasche 6500 Tonnen hochreine Phosphorsäure gewinnen. Der Gründung ging eine zweijährige Pilotphase voraus. Der Probebetrieb bestätigte die technische Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Verfahrens. Das Projekt wird seit Herbst 2017 durch das Bundesumweltministerium gefördert.

Das „Tetraphos“-Verfahren ist nach Unternehmensangaben das derzeit einzig bekannte am Markt, das Phosphor und marktfähige Sekundärrohstoffe in gleichbleibender Qualität und Verfügbarkeit wirtschaftlich zurückgewinnt. Im Recyclingprozess wird der Klärschlamm in Monoklärschlammverbrennungsanlagen thermisch verwertet und die Asche nasschemisch behandelt. Hierbei wird die Asche in verdünnter Phosphorsäure gelöst. Diese Lösung reichert sich mit dem Phosphatanteil der Asche an und wird anschließend in Selektionsstufen gereinigt.

Zudem werden Eisen- und Aluminiumsalze erzeugt, die wiederum zur Phosphat-Elimination in der Kläranlage verwendet werden können. Als weitere Wertstoffe entstehen Gips und die abgereicherte Asche für die Baustoffindustrie.

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