WLAN im Schwimmbad

Das Panoramabad Velbert (NRW) bietet seinen Besuchern öffentliches WLAN. Wie das geht, zeigt unser Praxisbeispiel.

Die Entscheidung der Stadtwerke Velbert für ein WLAN im Panoramabad fiel Mitte 2019. Um den Badegästen einen verlässlichen und gleichzeitig sicheren Internetzugang anbieten zu können, wurde bei der Auswahl der zugrundeliegenden Technologie genau hingeschaut, wie sich der zuständige Projektkoordinator Kai Siepelmeyer erinnert: „Bei der letztlich ausgewählten Lösung gefiel uns vor allem, dass sich das WLAN gezielt und einfach einrichten, steuern und monitoren lässt. Gerade Kinder und Jugendliche, die das Bad besuchen, können von Anfang an geschützt surfen. Die Anwendung individueller Regeln ist per Mausklick umsetzbar. So werden Webseiten mit prekären Inhalten erst gar nicht angezeigt. Im Panoramabad umfasst dies alles, was mit Pornografie oder Drogen zu tun hat oder mit Malwareverbreitung in Verbindung steht.“ Ebenfalls von Vorteil ist, dass die Download-Raten pro Nutzer begrenzt sind. „Auf diese Weise wird verhindert, dass Badegäste beispielsweise Videos mit hoher Datenrate streamen und damit die WLAN-Qualität anderer einschränken“, ergänzt Thomas Tyroff, Geschäftsführer des regionalen IT-Dienstleisters THOLD-IT, der die Stadtwerke bei der Umsetzung auf Basis des Produktspektrums von WatchGuard Technologies unterstützte.

Signalstärkenmessung vor Ort

Zunächst galt es, die 2.800 Quadratmeter große Innen- und 31.000 Quadratmeter umfassende Außenfläche des Panoramabads bei einem Vor-Ort-Termin mit allen Beteiligten gezielt auszuleuchten. Beim Abgleich mit dem Geländeplan wurde schnell der zentrale Schornstein des Schwimmbads als optimaler Ausgangspunkt für die Access Points auserkoren. Mit vier Outdoor-Stationen vom Typ AP322, die die Last gleichmäßig verteilen, konnte die gewünschte Abdeckung nahezu vom Start weg erreicht werden. Seit Herbst 2019 kann die bestehende Breitbandleitung im Rahmen des WLAN ihre Stärke ausspielen – für viele Besucher sicher ein zusätzliches Lockmittel, da die Internetverbindung über Mobilfunk aufgrund der Tallage des Panoramabads seit jeher schlecht ist. Die Gäste des Hallenbades griffen von Anfang an rege darauf zu, obwohl der WLAN-Zugang mit den umfangreichen Security-Features – wie einem leistungsstarken Wireless Intrusion Prevention System zur automatischen Abwehr von Eindringlingen – ja in erster Linie als besonderes Extra für Freibadgäste gedacht war.

Vielversprechende Chancen für die Marketing-Abteilung

Mit dem Produktivbetrieb zeigte sich auch der zusätzliche Mehrwert für das Marketing. So ist es dank spezifischer Analysemöglichkeiten beispielsweise möglich, Besucher zu erfassen. Dafür reicht es, wenn die WLAN-Funktion auf deren Smartphone aktiviert ist. Wenn sich der Gast dabei über einschlägige Social-Media-Accounts wie Facebook, Twitter, LinkedIn, Instagram und Co. im WLAN authentifiziert hat, können zudem Informationen zum demografischen Hintergrund gewonnen werden und es ergeben sich besondere Optionen der Ansprache. Voraussetzung ist dafür natürlich die vorherige Einverständniserklärung des jeweiligen Nutzers, die im Zuge der Anmeldung am WLAN abgefragt wird.

Von Anfang an überzeugend

Zum Start wurde beispielhaft eine Landingpage mit den AGB und Nutzungsbedingungen sowie einem Bild des Panoramabads eingerichtet, über die sich Nutzer anmelden konnten. Obwohl das WLAN noch nirgendwo beworben wurde, ließen sich nach vier Wochen bereits über 90 Logins von wiederkehrenden Besuchern des Hallenbads registrieren. Gesa Weppelmann, zuständig für Marketing und Kommunikation bei den Stadtwerken Velbert, war sofort begeistert – sowohl von den vielfältigen Möglichkeiten als auch der Tatsache, dass das neue Angebot bereits ohne weiteres Zutun auf fruchtbaren Boden gefallen war.

Die Landingpage kann Gesa Weppelmann ganz ohne tiefere IT-Kenntnisse selbst aufbereiten und beispielsweise Informationen zu den Öffnungszeiten, Kursangeboten oder sonstigen Veranstaltungen hinzufügen. Zudem soll es künftig spezifische Kampagnen geben. Im Gespräch sind beispielsweise Gewinnspiele, die Bereitstellung von Gutscheinen oder Umfragen zur konsequenten Verbesserung des Angebots. In dem Zusammenhang sind die Möglichkeiten zum Tracking und der WLAN-Anmeldung über das Social-Media-Profil natürlich ebenfalls von Vorteil. „Die Zustimmung unserer Gäste vorausgesetzt, lassen sich auf diese Weise noch bessere Einblicke in die Besucherstruktur des Panoramabads gewinnen. Wir sehen auch, wie lange sie verweilen und können den Dialog aufnehmen sowie z. B. auf Aktionen der Schwimmbad-Gastronomie aufmerksam machen,“ präzisiert Weppelmann, die mithilfe von Werbeaktionen das WLAN-Angebot breit bekannt machen möchte, um die sich bietende Spielwiese im Sinne der Kundennähe optimal nutzen zu können.

Text: Rebecca Horn, Redakteurin für IT-Themen bei der Press’n’Relations GmbH am Standort Ulm

Foto: Stadtwerke Velbert GmbH

Mehr Informationen: www.stadtwerke-velbert.de, www.watchguard.de, www.thold-it.de