SKEW: „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ – Wie sich Kommunen für die Zukunft wappnen

Sich gemeinsam Herausforderungen stellen: Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global Kommunen im Einsatz für globale Nachhaltigkeit. Foto: Jörg Loeffke

– ANZEIGE – Ob Klimawandel, Pandemien oder Weltwirtschaft, die globalen Herausforderungen haben direkten Einfluss auf das Leben in Kommunen – in Deutschland und auf der ganzen Welt – und werden in Städten, Gemeinden und Landkreisen konkret angegangen. So übernehmen diese Abfallwirtschaft und Recycling, entwickeln umweltfreundliche Mobilitätskonzepte, kämpfen an vorderster Front gegen das Corona-Virus oder setzen sich für die Energiewende und fairer Lieferketten ein. Der Einsatz für die globale Nachhaltigkeit verbessert die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger vor Ort und im Globalen Süden, und schafft attraktive Wirtschaftsstandorte. Vor allem aber sind Städte, Gemeinden und Landkreise, die Nachhaltigkeit täglich mitdenken, resilienter und handlungsfähiger im Krisenfall und besser gewappnet für zukünftige Herausforderungen.

Auch die Weltgemeinschaft hat die Bedeutung der Kommunen für eine global nachhaltige Entwicklung erkannt. Im Jahre 2015 verabschiedeten die vereinten Nationen die Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen. Ziel 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ nimmt die Kommunen ganz konkret in die Pflicht, denn aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte herrscht hier ein besonders hohes Potential für eine nachhaltige Zukunft, zum Beispiel durch ressourcenschonende Mobilitätskonzepte oder ökologischeres Wohnen. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global Kommunen im Einsatz für globale Nachhaltigkeit.

Die Möglichkeiten für kommunales Engagement sind vielseitig. Allerdings fällt es bei der Menge an Themen nicht immer leicht, einen Einstieg zu finden. Hier lohnt sich der Blick auf die Zivilgesellschaft. In vielen Kommunen gibt es bereits aktive Bürgerinnen und Bürger, die sich in Partnerschaftsvereinen, Eine Welt-Läden oder Klimaschutz-Initiativen engagieren. Außerdem empfiehlt es sich, migrantische Organisationen mit ins Boot zu holen, die mit ihren internationalen Netzwerken und ihrem Know-how zu enzwicklungspolitischen Themen unterstützen können.

Für viele Kommunen ist auch der faire Handel ein interessantes Thema für entwicklungspolitisches Engagement, da es direkt in der Verwaltung umgesetzt werden kann. In Deutschland werden jedes Jahr Güter für ca. 288 Milliarden Euro öffentlich beschafft. In dieser Marktmacht liegt ein wirksamer Hebel, um sich für eine nachhaltige und faire Produktion einzusetzen. Neben bekannten Produkten wie Kaffee und Büropapier werden vor allem Arbeitskleidung, IT-Produkte und Natursteine häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen, Verschwendung von Ressourcen und Umweltverschmutzung in Ländern im Globalen Süden hergestellt. Der Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ zeichnet alle zwei Jahre Kommunen aus, die sich besonders engagiert für den fairen Handel einsetzen und zeigt viele Best-Practices zur Nachahmung auf. In diesem Jahr wird der Preis am 23. September 2021 verliehen. Die Bewerbungsphase für Städte, Gemeinden und Landkreise läuft noch bis zum 2. Juli 2021.

Beim Einsatz für die globale Nachhaltigkeit kann gemeinsam mehr erreicht werden. Im Rahmen von Städtepartnerschaften mit Kommunen im Globalen Süden können sich die Partner austauschen, voneinander lernen und innovative Lösungsansätze finden. Der Blick über den Tellerrand lohnt sich, denn beispielsweise im Bereich Klimaanpassung sind die Partner aus Afrika, Asien oder Südamerika den deutschen Kommunen oftmals einen Schritt voraus. Da sie vielerorts die Auswirkungen des Klimawandels schon heute stärker spüren, konnten die Süd-Kommunen bereits Erfahrungen und Know-how sammeln, von dem Kommunen hierzulande profitieren können.

Der Einsatz für globalen Nachhaltigkeit erfordert oftmals zusätzliche Ressourcen in der Verwaltung. Bund und Länder unterstützen Kommunen durch verschiedene Fördermöglichkeiten. Auch die SKEW bietet finanzielle Förderung für nachhaltige Projekte an und unterstützt die Kommunen durch die Finanzierung einer zusätzlichen Stelle in der Verwaltung, die die Koordination des Engagements übernimmt.

Interessieren Sie sich für Themen der kommunalen Entwicklungspolitik? Die SKEW lädt in diesem Jahr zur 15. Bundeskonferenz der Kommunalen Entwicklungspolitik ein. Vom 14. bis 16. Juni 2021 kommen Expertinnen und Experten aus der kommunalen Praxis, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammen. Auf dem Programm stehen informative Impulsvorträge von Dr. Dirk Messner, Präsident des Umwelt Bundesamts, und Koko Warner von der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen. Möglichkeiten zum Austausch bieten zahlreiche Workshops mit den Fachberatern der SKEW, engagierten Kommunen oder Institutionen wie dem Deutschen Städtetag (DST), dem Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) oder dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE).

Alle Informationen zum Programm sowie den Link zur Anmeldung finden Sie unter https://skew.engagement-global.de/bundeskonferenz.html

Autorin: Laura Kastenholz ist Projektkoordinatorin im Informationsteam der SKEW.
Die SKEW begleitet Kommunen im Einsatz für globale Nachhaltigkeit. Weitere Infos gibt es unter www.service-eine-welt.de