Münster, Eschweiler und Saerbeck denken in die Zukunft

Umweltfreundlich unterwegs in Münster: Wichtige Entscheidungen werden in der „Fahrradhauptstadt“ von Politik, Verwaltung und Bürger im Sinne des „Münster-Konsens“ gemeinschaftlich und beteiligungsorientiert getroffen. – Foto: Presseamt Münster/Roski

Die nordrhein-westfälischen Kommunen Münster, Eschweiler und Gemeinde Saerbeck sind aus dem Wettbewerb um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden 2019 als Sieger hervorgegangen. Mit einer klugen Politik sichern sie die Lebensqualität ihrer Bewohner und erhalten den Handlungsspielraum künftiger Generationen.

Aus Sicht der Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises für Städte und Gemeinden ist Münster (rund 308.000 Einwohner), Siegerin in der Kategorie „Großstädte“, ein bedeutender Vorreiter der kommunalen Nachhaltigkeit. Wichtige Entscheidungen werden von Politik, Verwaltung und Bürger im Sinne des „Münster-Konsens“ gemeinschaftlich und beteiligungsorientiert getroffen. Die Stadt prüft jede ihrer Entscheidungen auf „Enkeltauglichkeit“: Werthaltige, einkommensunabhängige Angebote sollen dauerhaft die Lebensqualität aller Bewohner sichern und den Handlungsspielraum künftiger Generationen erhalten oder vergrößern. So sorgt zum Beispiel eine sozialgerechte Bodennutzung mit Garantie der geringsten Kaltmiete für den sozialen Ausgleich. Auch im Klimaschutz überzeugt die Fahrradhauptstadt mit einem differenzierten Klimaschutzkonzept sowie als deutschlandweit erste Divestment-Kommune. Sie nimmt Vermögenswerte aktiv aus dem fossilen Sektor heraus und investiert sie in nachhaltige Anlagen.

Eschweiler (rund 58.000 Einwohner), Siegerin bei den Städten mittlerer Größe, hat wirtschaftlichen Wohlstand, soziale Sicherheit und die Stabilisierung der Ökosysteme als Eckpfeiler ihrer Nachhaltigkeitsstrategie definiert. Für die Stadt, die sich den Herausforderungen des Strukturwandels aus Sicht der Jury besonders erfolgreich stellt, besteht ein weiteres Ziel in der Übernahme globaler Verantwortung. Die Städtepartnerschaft mit Alta Floresta in Brasilien ist nur ein Beispiel für das starke Engagement in diesem Bereich. Die multikulturelle Stadt legt größten Wert auf die Wahrung des sozialen Friedens, beispielsweise durch die Schaffung von Arbeitsplätzen für alle Qualifizierungsstufen und bezahlbaren Wohnraum. Trotz angespannter Haushaltslage investiert Eschweiler fortlaufend in Bildungseinrichtungen und ermöglicht zum Beispiel eine Kinderbetreuung zu Randzeiten, um Eltern im Schichtdienst zu entlasten.

Ausgehend von der Vision, die kommunale Energieversorgung ohne fossile Energieträger zu gestalten, verfolgt die Gemeinde Saerbeck (rund 7200 Einwohner) seit 2009 einen ambitionierten Weg der lokalen Energiewende. Sie siegte in der Gruppe der Kleinstädte und Gemeinden. Leuchtturmprojekt ist der Bioenergiepark: Auf dem 90 Hektar großen Gelände wird Energie aus Wind, Sonne und Biomasse erzeugt. Beeindruckend ist aus Sicht der Jury auch die nationale und internationale Strahlkraft der kleinen Kommune. Am außerschulischen Lernstandort „Saerbecker Energiewelten“ setzen sich Schüler mit regenerativer Energieerzeugung auseinander, durch die intensive Zusammenarbeit mit Partnern unter anderem in Japan und den USA kann Saerbeck seine Erfahrungen praxisnah vermitteln und inspiriert zur Nachahmung.

Die Preisträger erhalten eine Fördersumme von jeweils 30.000 Euro für Projekte zur nachhaltigen Stadtentwicklung von der Allianz Umweltstiftung.

Die Plazierten in der Kategorie „Großstädte“ sind Heidelberg und Mannheim, in der Gruppe der Städte mittlerer Größe Buxtehude und St. Ingbert sowie bei den Kleinstädten und Gemeinden Bad Berleburg und Eltville am Rhein.

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