Mit Modulbau zu 88 neuen Krippenplätzen

Mit der Kita Pusteblume hat die Gemeinde Schwalbach in nur zehn Monaten die größte Krippeneinrichtung des Saarlands geschaffen. Der Neubau entstand in serieller Modulbauweise.

Modulbau
Dank eines Vorfertigungsgrads von 70 Prozent konnten die 32 Raummodule innerhalb von nur vier Tagen auf der Bodenplatte zusammengefügt werden. Durch die kurze Montagezeit wurde die Staub- und Lärmbelastung für das angrenzende Wohngebiet reduziert. Foto: Philip Kistner, Düsseldorf

Um den dringenden Betreuungsbedarf für Kinder unter drei Jahren schnell sowie mit hoher Termin- und Kostensicherheit zu decken, entschied sich die Gemeinde Schwalbach für die serielle Modulbauweise. Mit ALHO Systembau als Generalunternehmer hatte sie einen zentralen Ansprechpartner für die Umsetzung und konnte den Neubau mit begrenzten personellen Ressourcen realisieren. Innerhalb von rund zehn Monaten entstand die Kita Pusteblume mit 88 Krippenplätzen in acht Gruppen. Seit ihrer Eröffnung am 17. April 2026 ist sie die größte Krippeneinrichtung des Saarlands.

Modulbau
Gruppenraum einer Krippengruppe. Die raumhohen Fenster wurden bereits in der ALHO Raumfabrik in die Module eingebaut. Ihr hoher Vorfertigungsgrad trug entscheidend zur kurzen Projektlaufzeit von rund zehn Monaten bei. Foto: Philip Kistner, Düsseldorf

Mit dem „Kita-Turbo“ treibt das Saarland den bedarfsgerechten Ausbau von Betreuungsplätzen voran. Zugleich verfolgt das Land den Anspruch, allen Kindern unabhängig von ihrem familiären Hintergrund bestmögliche Lern- und Entwicklungsbedingungen zu bieten. Bis 2027 soll die frühkindliche Bildung vollständig beitragsfrei werden. Die Kita Pusteblume zeigt, wie Kommunen dringend benötigte Plätze in kurzer Zeit und mit hohem Qualitätsanspruch realisieren können.

Ein Ansprechpartner für Planung und Umsetzung

Die Gemeinde Schwalbach setzte von Anfang an auf den seriellen, dreidimensionalen Modulbau und vergab das Vorhaben an ALHO Systembau als Generalunternehmer. Planung, Produktion und Ausführung waren damit bei einem Ansprechpartner gebündelt. Das reduzierte die Zahl der Schnittstellen und mögliche Reibungsverluste zwischen den Projektbeteiligten. Hinzu kamen Kosten- und Terminsicherheit: Solange keine abweichenden Ausführungsentscheidungen getroffen werden, sind sowohl der Angebotspreis als auch der Fertigstellungstermin verbindlich. Für eine Gemeinde wie Schwalbach, die ein solches Bauvorhaben mit minimalen internen Ressourcen stemmt, ist das von erheblichem Vorteil. Architektin Anne-Marie Herzog, die für kommunale Bauvorhaben in Schwalbach zuständig ist, betreute das gesamte Projekt als Vertretung auf Bauherrenseite.

Die Baugenehmigung war bereits erwirkt, als ALHO das Vorhaben als Generalunternehmer ab Leistungsphase 5 übernahm. Auf Grundlage der Baugenehmigung erstellte das Familienunternehmen die Ausführungs- und Werkplanung für die Produktion der Raummodule.

Vergabe: Zertifizierung als Entscheidungskriterium

ALHO erhielt den Zuschlag unter anderem aufgrund der dreidimensionalen Raummodule und des RAL-Gütezeichens für modulare Stahlsystembauweise RAL-GZ 613. Das Gütezeichen steht für eine qualitätsgesicherte industrielle Fertigung und Montage der Stahlmodule. Die Prüfung der geforderten Nachweise aller Anbieter verzögerte den Projektstart um rund ein halbes Jahr. Ursprünglich hätte die Vergabe bereits im Sommer 2024 stattfinden sollen. Der Zuschlag fiel schließlich im Dezember desselben Jahres, einen Tag vor der Weihnachtspause. ALHO reagierte unmittelbar und stellte damit seine Flexibilität unter Beweis: Das Projekt wurde noch in die laufende Produktion eingeschoben, wodurch die verlorene Zeit weitgehend aufgeholt werden konnte.

Kurze Bauzeit, geringe Belastung für die Anwohner

Nur elf Wochen nach dem offiziellen Spatenstich fand im Mai 2025 das Richtfest statt. Das Zusammenfügen der 32 Raummodule dauerte lediglich vier Tage, sodass die Staub- und Lärmbelastung für die Anwohner des angrenzenden Wohngebiets gering blieb. Möglich wurde diese kurze Bauzeit durch den parallelen Ablauf von Baustellenvorbereitung und industrieller Modulproduktion. Während auf dem Grundstück die Erdarbeiten ausgeführt und die Bodenplatte hergestellt wurden, fertigte ALHO die Raummodule. Diese verließen das Werk mit einem Vorfertigungsgrad von 70 Prozent. Damit waren zahlreiche Bauleistungen bereits erbracht, darunter die Sanitärinstallationen in den Wänden sowie der Einbau der Fenster. Vor Ort setzten überwiegend regionale Fachbetriebe den Innenausbau fort. Nach rund zehnmonatiger Projektlaufzeit wurde die Kita Anfang November 2025 schlüsselfertig an die Gemeinde Schwalbach übergeben. Die offizielle Eröffnung fand am 17. April 2026 statt.

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Der überdachte Eingangsbereich der Kita Pusteblume wurde mit gelben Fassadenelementen und raumhohen Verglasungen gestaltet. Florale Motive greifen das Leitmotiv „Natürlich wachsen” auf. Foto: Philip Kistner, Düsseldorf

Auf den Kita-Alltag ausgerichtet

Die Kita ist in zwei Bereiche mit jeweils vier Krippengruppen unterteilt. Eine zentrale Gemeinschaftszone mit Küche, Kinderrestaurant und Elternsprechzimmern verbindet die beiden Gebäudeteile miteinander.

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Das Kinderrestaurant bildet gemeinsam mit Küche und Essensausgabe den zentralen Gemeinschaftsbereich der Kita. Eine flexible Raumtrennung ermöglicht es, den Bereich je nach Nutzung zu unterteilen. Foto: Philip Kistner, Düsseldorf

Jede Gruppe verfügt über einen Gruppenraum, einen Schlafbereich, eine Garderobe, sanitäre Anlagen und eine Milchküche. Zwei Kita-Leitungen verantworten jeweils einen Gebäudeteil und können sich gegenseitig vertreten. Durch die Positionierung des Gebäudes auf dem Grundstück sind die Außenspielflächen gut einsehbar. Zu den Außenanlagen gehören außerdem Fahrradabstellplätze mit E-Ladesäulen, Pkw-Stellplätze sowie Flächen für die Ver- und Entsorgung des Kita-Betriebs.

Reizarme Räume für heute, flexible Nutzung für morgen

Die Gestaltung ist bewusst reizarm angelegt. Wenige Farbakzente, Naturtöne und ruhige Oberflächen geben den Kindern Orientierung, ermöglichen Rückzug und schaffen eine ausgeglichene Atmosphäre. Bodentiefe Fenster stellen den Bezug zum Außenraum her. Das Gründach speichert Regenwasser und fördert die Biodiversität. Eine Photovoltaikanlage trägt zur Stromversorgung des Gebäudes bei.

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Die Garderobe einer Krippengruppe ist mit offenen Fächern und Sitzflächen ausgestattet, die das Ankommen und den Übergang zwischen Flur und Gruppenraum strukturieren. Helle Oberflächen, Naturholz und viel Tageslicht entsprechen dem reizarmen Konzept der Kita. Foto: Philip Kistner, Düsseldorf

Die freitragende Stahlrahmenstruktur der ALHO-Modulbauweise mit nichttragenden Wänden ermöglicht es der Gemeinde, die Kita bei verändertem Bedarf flexibel zu erweitern oder an neue Anforderungen anzupassen. Die verschweißten Raummodule können demontiert, abtransportiert und an einem anderen Standort wieder zusammengefügt oder angepasst werden.

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Kontakt:

ALHO Systembau GmbH
Hammer 1
51598 Friesenhagen
Ansprechpartnerin: Jessica Hebbel
Architektin im Vertrieb, Niederlassung Süd-West
Tel.: +49 6221 38931-08
Mobil: +49 175 7371141
E-Mail: Jessica.Hebbel@alho.com
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