Innovative und ressourcenschonende Hochwasserschutzwand gewinnt Effizienz-Preis NRW

Aquaburg-Geschäftsführer Hartmut Wibbeler: Das mit dem NRW-Effizienz-Preis prämierte Flutdammsystem „AquaWand“ ist leichter als andere Hochwasserschutzwände. – Foto: Aquaburg

Das Unternehmen Aquaburg hat den Effizienz-Preis NRW 2017 für seine Hochwasserschutzwand gewonnen. Das Start-up aus Münster (Nordrhein-Westfalen) überzeugte die Fachjury mit seinem Flutdammsystem „AquaWand“. Die Konstruktion der Schutzwände aus Stahl und Membran ist wesentlich leichter als herkömmliche Aludammwände und benötigt bei der Herstellung weniger Energie.

Die Wand besteht aus einer Plane, die, von einem Edelstahldrahtnetz stabilisiert, vor die stützenden Pfosten gezogen wird. Aufgebaut kann sie zwischen 70 Zentimetern und zwei Metern hoch sein. Im Ruhezustand liegen Plane, Netz und Pfosten in U-förmigen Betonröhren entlang der zu schützenden Bereiche.

Die Hochwasserschutzwand des Unternehmens Aquaburg ist leicht und flexibel einsetzbar. Sie kann von wenigen Personen in kurzer Zeit aufgebaut werden. Das neue Verbundsystem benötigt weniger Zeit, Material und Energie bei der Herstellung als vergleichbare Wände aus Aluminium.

Die Häufigkeit und Stärke von Extremwetterereignissen haben zugenommen. „Ich habe früher Deiche saniert und bei den Elbefluten gesehen, wie tausende Menschen mit Sandsäcken Dämme in den Städten aufschichteten“, erklärt Aquaburg-Geschäftsführer Hartmut Wibbeler der seine Motivation. Er begann 2011 mit der Entwicklung einer flexiblen, mobilen Schutzwand. 2013 gründete er das Unternehmen Aquaburg. Zwei Jahre zuvor hatte er sein System unter anderem an der Technischen Universität Hamburg getestet. „Die Tests verliefen durchweg positiv“, hält Prof. Dr.-Ing. Peter Fröhle am Wasserbauinstitut der TU Hamburg fest. Wibbeler hat noch viel vor: „Meine Zukunft ist die Verbindung aus ‚AquaWand‘ und Vorwarnung per App.“

Bislang ist das System in Pollingen (Bayern), in Kirchheim unter Teck (Baden-Württemberg) und in Roßwein (Sachsen) im Einsatz. Die Vorteile des geringen Materialeinsatzes, des einfachen Handlings und die Anwendung unter Denkmalschutzbedingungen überzeugten auch die Jury des Effizienz-Preises NRW. Er wurde am 25. Januar 2018 auf der Essener Zeche Zollverein verliehen.

Insgesamt hatten sich im vergangenen Jahr 30 mittelständische Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen auf den mit 20.000 Euro dotierten „Effizienz-Preis NRW – Das ressourceneffiziente Produkt“ beworben. Mit dem Preis, der alle zwei Jahre verliehen wird, prämiert die Effizienz-Agentur NRW innovative ressourcenschonende Produkte und Dienstleitungen aus Nordrhein-Westfalen.