Bauturbo nutzen: Wie Gemeinderäte auf Holzbau und Klimaschutz setzen

Die Bundesregierung hat mit dem „Bauturbo“ und einem erhöhten Etat für 2026 neue Rahmenbedingungen für den Wohnungs- und Städtebau gesetzt. Es fließen rund 16 Milliarden Euro an Bundesmitteln, davon vier Milliarden Euro für die soziale Wohnraumförderung und eine Milliarde Euro für die Städtebauförderung. Für Kommunen eröffnet das zusätzliche Spielräume – sie werden mehr denn je zu Taktgebern der Bauwende.

Bau Bauturbo Holzbau
Der Holzbau ist eine klimafreundliche Bauweise. Foto: Holzbauwelt.de

Bauturbo: Verfahren beschleunigen, Kommunen stärken

Der Bauturbo zielt vor allem darauf, Planungs- und Genehmigungsprozesse zu beschleunigen und baurechtliche Hürden abzubauen. Vereinfachungen im Baugesetzbuch, digitalisierte Verfahren, mehr Typengenehmigungen und serielle Bauweisen sollen Vorhaben schneller machen. Damit rücken die kommunalen Bauämter ins Zentrum: Sie entscheiden, welche Flächen wann wofür bereitgestellt werden, ob bezahlbarer und sozialer Wohnraum entsteht und welche Projekte über Prioritätenlisten nach vorne gezogen werden. Wirksam wird der Bauturbo nur, wenn Kommunen ihre Rolle aktiv annehmen – als strategische Entscheider im Objekt- und Wohnungsbau.

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Auch mehrgeschossige Wohngebäude können aus Holz gebaut werden. Foto: Holzbauwelt.de

Fördermittel 2026: Rückenwind für kommunale Wohnbauprojekte

Die Förderkulisse 2026 bietet dafür den finanziellen Rahmen. Bei der sozialen Wohnraumförderung können Kommunen gemeinsam mit Wohnungsunternehmen und gemeinwohlorientierten Trägern Projekte frühzeitig als förderfähig strukturieren – mit Anforderungen an Mietobergrenzen, Belegungsbindungen und energetische Standards. Konzeptvergaben von Grundstücken erlauben es, sozialen Wohnraum, Klimaschutz und Holzbauquoten zu verknüpfen. Auch die Städtebauförderung kann in Quartierskonzepten eingesetzt werden, etwa für energetische Erneuerung, serielle Sanierung und Aufstockungen. Investitionen in Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Wohnen bieten die Chance, klimafreundliche Neubauten – idealerweise in Holz- oder Holz-Hybridbauweise – umzusetzen. Eine kommunale Förderstrategie mit klarer Zuständigkeit sorgt dafür, dass Projekte rechtzeitig angemeldet und Anträge abgestimmt gestellt werden.

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Ein mehrgeschossiger Multifunktionsbau aus Holz. Foto: Holzbauwelt.de

Holzbau als Schlüssel für Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit

Der Bausektor ist für einen erheblichen Anteil der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Um die Klimaziele bis 2045 zu erreichen, müssen Kommunen beim Neubau und bei der Bestandserneuerung auf klimafreundliche Bauweisen setzen. Der moderne Holzbau bietet hierfür besondere Vorteile: In Holzgebäuden wird über Jahrzehnte Kohlenstoff gespeichert, und im Vergleich zu Konstruktionen mit viel Zement und Stahl fallen deutlich weniger graue Emissionen an. Lebenszyklusanalysen zeigen, dass mehr Klimaschutz nicht automatisch höhere Kosten bedeutet – Holzgebäude können über ihren Lebenszyklus wirtschaftlicher sein. Holzbau ist damit eine logische Antwort auf die Aufgabe, Klimaschutz und knappe öffentliche Haushalte zusammenzubringen.

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In Holzgebäuden wird über Jahrzehnte Kohlenstoff gespeichert. Foto: Holzbauwelt.de

Serielles und modulares Bauen stärkt kommunale Bauprojekte

Besonders attraktiv für Kommunen ist der moderne Holzbau mit vorgefertigten Elementen und Modulen in der Werkhalle. Er ermöglicht kurze Bauzeiten – ideal für Kitas, Schulen sowie dauerhafte Wohngebäude – und sichert eine hohe Ausführungsqualität. Baustellen werden leiser und kürzer, und die serielle Vorfertigung eignet sich für Sanierungen und Aufstockungen von Bestandsgebäuden. Praxisbeispiele aus vielen Städten zeigen, dass Kommunen dadurch rasch zusätzliche Wohnplätze schaffen und gleichzeitig Klimaschutzziele erfüllen können.

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Serielles Bauen mit vorgefertigten Elementen aus Holz beschleunigt Bauvorhaben. Foto: Holzbauwelt.de

Kommunale Strategien für den Holzbau

Um diese Potenziale zu nutzen, sollten Kommunen Holzbau als Standard in ihren Bauprogrammen verankern. Ratsbeschlüsse und Richtlinien können festlegen, dass bei Neubauten der Kommune – von Kitas über Schulen und Verwaltungsgebäude bis hin zum Wohnungsbau – Holz- oder Holz-Hybridbau als Regelbauweise zu prüfen und zu bevorzugen ist, sofern keine triftigen Gründe dagegensprechen. Lebenszykluskosten sollten verbindlich in Wirtschaftlichkeitsberechnungen einfließen. In der Vergabe empfiehlt sich eine funktionale Leistungsbeschreibung mit Klimazielen, CO₂-Budgets sowie Anforderungen an Rückbau- und Recyclingfähigkeit. Zuschlagskriterien müssen neben dem Preis auch Ökobilanz und Lebenszykluskosten berücksichtigen. Kommunale Grundstücke können nach Konzeptqualität vergeben werden, die sozialen Wohnraum, Holzbauquote und Quartiersbezug einfordert. Wissenstransfer über kommunale Netzwerke unterstützt Verwaltungen bei der Umsetzung.

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Klimafreundlich, attraktiv und wirtschaftlich: Wohngebäude aus Holz. Foto: Holzbauwelt.de

Fazit: Kommunen als Gestalter der Bau- und Klimawende

Der beschlossene Bauturbo, die aufgestockte Wohnraumförderung und die erhöhte Städtebauförderung geben Kommunen 2026 mehr Handlungsspielraum als in vielen Jahren zuvor. Wer diese Mittel strategisch mit klimafreundlichem Holzbau verknüpft, kann gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum schaffen, die soziale Infrastruktur stärken, einen Beitrag zu den Klimazielen 2045 leisten und Bauprozesse durch den vorgefertigten Holzbau beschleunigen. Kommunen sind damit nicht nur Umsetzer, sondern Gestalter der Bau- und Klimawende.

Weitere Informationen zum klimafreundlichen und mehrgeschossigen Holzbau mit bereits realisierten Bauprojekten gibt es hier und weitere Infos zum Bauturbo hier.

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