Stuttgarter Hauptklärwerk erhält vierte Reinigungsstufe

Laboruntersuchung: Die Behandlung des Abwassers mit Aktivkohle in der vierten Reinigungsstufe beseitigt schädliche Spurenstoffe. - Foto: Kuprevich/Adobe Stock

Die größte Kläranlage in Baden-Württemberg, das Hauptklärwerk in Stuttgart-Mühlhausen (1,2 Millionen Einwohnerwerte), wird in den nächsten Jahren um eine vierte Reinigungsstufe erweitert. Durch die Behandlung des Abwassers mit Aktivkohle sollen schädliche Spurenstoffe beseitigt werden.

Arzneimittelrückstände, Pflanzenschutzmittel oder Chemikalien belasten das Abwasser und die Umwelt. Durch die herkömmliche Klärtechnik werden diese Substanzen nicht zurückgehalten. Die Modernisierung des Klärwerks in Mühlhausen soll künftig den Neckar entlasten, der den Kläranlagenablauf aufnimmt. In der Anlage werden täglich 220 Millionen Liter Abwasser gereinigt.

Nach Angaben von Oberbürgermeister Fritz Kuhn investiert die Stadt in den kommenden Jahren rund 85 Millionen Euro in die Modernisierung der Kläranlage. Das Land unterstützt das Vorhaben mit knapp drei Millionen Euro.

Aufgrund ihrer Komplexität und der erheblichen Investitionen ist die Maßnahme in drei Funktionsabschnitte aufgeteilt. Zunächst werden Pulveraktivkohlesilos und Dosierstationen sowie eine Energiezentrale errichtet. Die Inbetriebnahme der ersten Silos und Dosierstationen auf dem Stuttgarter Klärwerk ist für das Frühjahr 2021 vorgesehen. Die Gesamtanlage zur Spurenstoffelimination soll bis zum Jahr 2028 fertiggestellt sein.