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Das Marburger Rathaus – seit Anfang des 16. Jahrhunderts Herzstück der Stadtmitte – zeigt, wie historische Bausubstanz und modernes Orientierungsdesign eine überzeugende Einheit bilden können.

Das spätgotische Gebäude mit seinem sechseckigen Treppenturm in der Fassadenmitte und dem kunstvoll gestalteten Uhrgiebel prägt seit Jahrhunderten das Bild der Altstadt. Im Zuge der umfassenden Sanierung entschied man sich für ein variantenreiches Leitsystem, das diesem Erbe gerecht wird, ohne es zu beeinträchtigen. Entstanden ist eine detaillierte Stadtchronik in Bildern, die sich eindrucksvoll im Treppenhaus präsentiert und zur erzählerischen Mitte des Projekts wurde. Die Bach Dolder GmbH, Büro für Ausstellungsgestaltung aus Darmstadt, verantwortete das Gesamtprojekt in Arbeitsgemeinschaft mit Sieveking von Borck sowie Wandel Lorch Götze Wach – ergänzt durch die Leitsystemkompetenz von meng.
Stadtchronik zieht sich durch die Etagen
Die umfangreiche Stadtchronik zieht sich als Zeitstrahl durch die Etagen. Die Motive wurden im Digitaldruck auf MDF-Träger aufgebracht und seitlich in wechselnden Farben lackiert. So entstand ein spannender Aura-Effekt, der je nach Lichteinfall unterschiedlich wirkt. Parallel dazu wurden die weitgehend gut erhaltenen Eichenholzstufen freigelegt, restauriert und mit Kontrastmarkierungen versehen, die Menschen mit Sehbehinderung eine sichere Orientierung ermöglichen. Auch die historischen Holzvertäfelungen unterhalb des Zeitstrahls wurden sorgfältig instandgesetzt.
Inklusiver Ansatz für barrierefreie Orientierung
Der inklusive Ansatz wurde bei den Informationselementen für Besucherinnen und Besucher konsequent weitergeführt. Das erste Element ist gezielt für Menschen mit Sehbehinderung konzipiert und enthält – gemäß den Vorgaben für barrierefreie Orientierung in öffentlichen Gebäuden – einen taktilen Orientierungsplan. Das zweite Element bietet ein integriertes Display mit tagesaktuellen Informationen sowie mehrere Prospektablagen, die auch für Rollstuhlfahrer gut erreichbar sind.
Beide Elemente bestehen vollständig aus Fenix. Für die Beschriftung wählte das Planungsteam unter anderem Messingbuchstaben in Stärken von 3 und 10 mm sowie Schrifthöhen von 48 und 55 mm. Auf Informationselementen, Türen oder direkt auf der Wand platziert, entfalten sie eine ruhige Wertigkeit, die mit der historischen Architektur in einen Dialog tritt, statt mit ihr zu konkurrieren. Die Tür- und Wandschilder selbst sind durchgängig aus 10 mm Fenix gefertigt und harmonieren mit ihrem tiefen Farbton mit dem gesamten Materialspektrum des Hauses. Die Besprechungsräume erhielten Türschilder mit integrierter Belegungsanzeige, die als Individualanfertigung von meng umgesetzt wurden.
Den Abschluss nach außen bildet der Schriftzug „RATHAUS“ aus Zinnbronze an der Fassade. Ergänzende gegossene Bronzeschilder mit taktilen Beschriftungen setzen den inklusiven Gestaltungsanspruch auch im Außenraum fort. Das Ergebnis zeigt: Historische Substanz und zeitgemäße Zugänglichkeit stehen hier nicht im Widerspruch, sondern bilden eine überzeugende Einheit.
Kontakt:
Informationstechnik Meng GmbH
Am Bahnhof 8
55765 Birkenfeld
Tel.: 06782 9941-0
E-Mail: info@meng.de
www.meng.de

