Ab 2027 soll die elektronische Bürgerbrieftasche EUDI-Wallet deutschlandweit zur Verfügung stehen. Als erste deutsche Kommune testet Dresden die elektronische Brieftasche schon jetzt.

Die Landeshauptstadt Dresden probt derzeit als erste Kommune in Deutschland den praxistauglichen Einsatz der elektronischen Bürgerbrieftasche EUDI-Wallet (European Digital Identity Wallet). Grundlage ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS), der Sächsischen Staatskanzlei und der Landeshauptstadt Dresden.
Die Verwendung der digitalen Brieftasche EUDI-Wallet sei für die gesamte Stadtverwaltung ab 2027 geplant. Dies berichtet die Stadt Dresden in einer Mitteilung.
Elektronische Brieftasche EUDI-Wallet in Dresden im Test
„Die Wallet wird völlig neue Möglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger Dresdens bieten. Ausweise, Nachweise und viele Bescheide werden künftig auf dem Mobiltelefon verfügbar sein“, berichtet Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert. „Das ist nicht nur einfacher für die Bürger, sondern bietet auch für die Verwaltung die Chance, die Bearbeitungsprozesse vom Antrag bis zum Bescheid stärker zu digitalisieren, zu erleichtern und im Sinne der Bürger zu beschleunigen.“
Die Landeshauptstadt bindet die Dresdnerinnen und Dresdner systematisch in den Entwicklungsprozess ein. Hierfür entsteht im neuen Stadtforum ein Co-Creation Lab. Die Landeshauptstadt Dresden ist an diesem Vorhaben ebenso beteiligt wie die städtischen Eigenbetriebe IT-Dienstleistungen und die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden.
Die elektronische Bürgerbrieftasche EUDI-Wallet soll es Bürgerinnen und Bürgern zum einen ermöglichen, Identitätsnachweise zu speichern. Aber auch Führerscheine, Bildungs- und Gesundheitsnachweise, Meldebescheinigungen sowie Reisedokumente können mithilfe des EUDI-Wallet gespeichert und verwaltet werden. Diese Nachweise können bei Bedarf zur Authentifizierung oder zum Vorzeigen gegenüber Dritten, etwa Behörden oder Banken, genutzt werden.
Dresden setzt deutschlandweites Pilotprojekt um
Die staatliche EUDI-Wallet sowie ein digitale Bürgerkonto, die sogenannte BundID, stellt der Bund als zentrale Infrastruktur bereit. Beide sind auf dem Handy miteinander verbunden. Die technische Komponente zur digitalen Antragstellung und zur Bereitstellung elektronischer Bescheide in das zentrale Bürgerpostfach der BundID stammt von einem Dresdner Unternehmen. Das Land Sachsen stellt sie zentral allen Kommunen des Freistaates zur kostenfreien Nutzung bereit.
In der Dresdner Stadtverwaltung entstehen zudem ergänzende Komponenten für die automatisierte Anbindung der Fachämter. Im Rahmen der Kooperation von Bund, Land und Stadt wird das Zusammenspiel aller Bausteine erstmals erprobt – mit Pilotcharakter für Behörden in ganz Deutschland.
„Das Zusammenspiel von Digitalkomponenten des Bundes, des Landes Sachsen und der Landeshauptstadt Dresdens ist ein gelungenes Beispiel, dass Kooperationen über alle Ebenen hinweg möglich sind“, erklärt Dr. Daniela Dylakiewicz, CEO des Freistaates Sachsen. „In einem ersten Schritt wird die Nutzung der elektronischen Brieftasche zunächst für Dresden untersucht. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen es Dresden und darüber hinaus auch in ganz Sachsen, Vorreiter bei der Bereitstellung der digitalen Brieftasche für Bürgerinnen und Bürger zu werden“
Red.



