Nachhaltige Brücken: Ein System aus Granit

Drei vorgespannte Granitbrücken in Neuhaus am Inn zeigen das Potenzial klimafreundlicher Infrastruktur.

Brücken Granit
Die Fußgängerbrücke über den Ehebach zeigt die große Spannweite der schlanken Granitkonstruktion. Foto: Kusser

Die drei neuen Brücken verbinden die Wege entlang der Innlände für Radfahrer und Fußgänger und sind Teil der Neugestaltung und Renaturierung des Ehebachs. Eine Radwegbrücke mit 3 m lichter Breite bildet die zentrale Verbindung für den Radverkehr, ergänzt durch zwei Fußgängerbrücken in angepassten Abmessungen. Alle drei Bauwerke wurden in derselben vorgespannten Granitbauweise realisiert. Die klimafreundliche Bauweise und lange Lebensdauer machen diese Lösung auch wirtschaftlich attraktiv.

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Die Radwegbrücke bildet die zentrale Verbindung entlang der Innlände in Neuhaus am Inn. Foto: Kusser

Schlanke Brücken im Hochwasserraum

Der ehemals geradlinige Betonlauf des Ehebachs verläuft durch einen Landschaftsraum, der regelmäßig von Hochwasser beeinflusst wird. Die vorgespannte Granitbauweise ermöglicht besonders geringe Bauhöhen von nur 20 cm, da kein zusätzlicher Bodenaufbau erforderlich ist. Dadurch erhöht sich der Freibord gegenüber konventionellen Brückentypen, und der Abflussquerschnitt im Gewässerprofil bleibt weitgehend erhalten.

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Die schlanke Granitbrücke fügt sich in den renaturierten Hochwasserraum des Ehebachs ein. Foto: Kusser

Massiver Granit als Tragwerk

Grundlage der Konstruktion ist das Prinzip der Vorspannung. Massive Granitsegmente werden über parabolisch geführte Spannstahllitzen dauerhaft miteinander verbunden. Durch die Vorspannung wird die hohe Druckfestigkeit des Granits optimal genutzt. So entstehen schlanke und zugleich hoch belastbare Einfeldträger mit Spannweiten von bis zu 20 m. Bei einer Spannweite von rund 10 m genügt eine Bauhöhe von etwa 20 cm, um eine Nutzlast von 5 kN/m² aufzunehmen.

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Das Tragwerk basiert auf vorgespannten Granitsegmenten und ermöglicht eine besonders geringe Bauhöhe. Foto: Kusser

Der verwendete Granit „Tittlinger Feinkorn“ stammt aus regionaler Gewinnung und Verarbeitung und weist eine sehr günstige CO₂-Bilanz auf. Im Vergleich zu Beton oder Stahl erfordert seine Herstellung deutlich weniger Energie. Gleichzeitig ist Naturstein dauerhaft beständig gegen Witterung und mechanische Beanspruchung. Die nahezu fugenlose Oberfläche bleibt über Jahrzehnte nutzbar und reduziert den Wartungsaufwand erheblich.

Mit den drei Brücken investiert Neuhaus am Inn bewusst in eine Infrastruktur für Generationen. Die innovative Granitbauweise verbindet hohe Hochwassersicherheit mit einer Lebensdauer von weit über 100 Jahren.

Kontakt:

KUSSER° GRANITWERKE GMBH
Dreiburgenstraße 5
94529 Aicha vorm Wald
Tel.: +49 8544 9625-0
E-Mail: kusser@kusser.com
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