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Flächen sind knapp und wertvoll, die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum hoch, und zugleich sollen Städte kompakter, klimaresilienter und sozial durchmischt sein. Kommunale Wohnungsbaugesellschaften stehen damit vor der Aufgabe, auf begrenzten Grundstücken möglichst viel Wohnraum zu schaffen, ohne die Aufenthaltsqualität in neuen Quartieren zu mindern. Flächeneffizienz wird in diesem Spannungsfeld zu einer zentralen Größe und lässt sich bereits in der sogenannten Planungsphase 0 maßgeblich optimieren.

Flächeneffizient zu bauen, bedeutet nicht, dass Wohnungen einfach kleiner werden. Stattdessen steht zu Beginn eines Projekts die Leistungsphase 0 im Fokus. Hier werden Ziele, Nutzergruppen, Qualitäten und Standards definiert: Welche Haushaltgrößen werden erwartet, wie wichtig sind barrierearme Strukturen, welche Gemeinschaftsangebote sind gewünscht, welche Flexibilität wird im Lebenszyklus benötigt? Aus den Antworten ergeben sich schließlich belastbare Vorgaben für Wohnungsgrößen, Raumzuschnitte, Erschließung und Gemeinschaftsflächen, die eine kompakte, aber nicht beengte Organisation des Gebäudes erlauben.
Einfache Grundform, multifunktionale Räume
Auf der Ebene des Gebäudezuschnitts zahlt sich eine einfache Grundform aus. Knicke, Versprünge und viele unterschiedliche Bauteilhöhen erzeugen zusätzliche Hüllflächen, Erschließungswege und konstruktive Aufwände, ohne zwingend mehr Qualität zu bieten. Im Gegensatz dazu ermöglicht ein klarer Baukörper mit gut nutzbaren Gebäudetiefen Grundrisse, in denen jeder Quadratmeter eine Funktion übernimmt. Flächeneffizienz bedeutet hier, Verkehrsflächen zu minimieren, Sichtachsen und Belichtung dennoch großzügig zu gestalten und funktionale Räume wie Bäder, Abstellräume oder Küchen in logischer Nähe zu Leitungssträngen zu bündeln. Indem die Grundrisse über alle Geschosse hinweg identisch gestaltet werden, lässt sich auch der Lastabtrag vereinfachen, was die effiziente Flächennutzung weiter unterstützt.
In den Wohnungen selbst entscheidet sich schließlich, ob Fläche wirklich wirksam genutzt wird. Überdimensionierte Flure und verwinkelte Zimmer erschweren die Möblierung, sodass ein Teil der vorhandenen Quadratmeter im Alltag ungenutzt bleibt. Multifunktional nutzbare Räume – etwa ein Arbeitsbereich im Wohnraum oder ein Kinderzimmer, das später als barrierefreies Schlafzimmer dienen kann – tragen zur langfristigen Flächeneffizienz bei, weil sie Umbauten reduzieren.
Massive Konstruktion für schlanke Wände
Parallel zu Grundform und Wohnungsgrundrissen sollte die Konstruktion gedacht werden. Jeder Zentimeter Wanddicke schlägt sich in der Bilanz der Wohnfläche nieder. Tragende Außen- und Wohnungstrennwände mit schlanken Querschnitten schaffen bei gleichen Außenmaßen mehr nutzbare Wohnfläche. Hier kommen massive Wandbaustoffe mit hoher Druckfestigkeit ins Spiel. Die im Wohnungsbau führende Bauweise mit Kalksandstein beispielsweise vereint hohe Rohdichte mit hoher Tragfähigkeit.

KS-Wände können ab einer Wanddicke von 11,5 cm in tragender Funktion eingesetzt werden. Mit einer Wanddicke von 15 cm lassen sich fünf Vollgeschosse realisieren und mit 17,5 cm bis zu sieben Vollgeschosse. Gleichzeitig bietet Kalksandstein bereits bei schlanken Wänden sehr guten Schallschutz, was insbesondere bei dichter Bebauung und kompakten Grundrissen wichtig ist, um Privatsphäre und Wohnqualität zu sichern. Seine Nichtbrennbarkeit unterstützt zudem flächensparende Brandschutzkonzepte im mehrgeschossigen Wohnungsbau und bietet durch die Regelung im Eurocode 6 einen weiteren entscheidenden Vorteil: Die extrem vereinfachte Brandschutzbemessung über Tabellenwerte ersetzt eine aufwendige rechnerische Nachweisführung.
Mehr als einen Nutzungszyklus denken
Flächeneffizienz entsteht auch über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Eine robuste, langlebige Tragstruktur erleichtert spätere Anpassungen der Grundrisse. Wenn Wohnungstrennwände in Kalksandstein ausgeführt und Achs- und Rastermaße frühzeitig durchdacht sind, lassen sich Öffnungen vergrößern, Räume neu zuschneiden oder Wohnungen zusammenlegen, ohne die Gebäudestatik grundsätzlich infrage zu stellen.
Diesen Ansatz verfolgte das Büro ROSA Wirtz Architektur beim Neubau eines viergeschossigen Wohnungsbaus in Trier. Den langen Baukörper unterteilten sie in 13 Achsen. Jede beinhaltet eine Wohnung mit Küche und Bad, einen Freisitz nach Westen und ist über den Laubengang zum Hof erreichbar. Je nach Bedarf können die Wohneinheiten horizontal und im Grunde auch vertikal miteinander verbunden werden. Grundlage dafür ist die robuste Grundstruktur. ROSA trennten das Tragwerk bewusst vom Ausbau, die Haustechnik wurde mit einem Schacht pro Wohneinheit mittig angelegt. So bleibt das Gebäude über Jahrzehnte und die gängigen Abschreibungszyklen hinweg nutzbar, auch wenn sich demografische Strukturen, Wohnbedürfnisse und Haushaltsformen verändern.
Kontakt:
KS-ORIGINAL GMBH
Entenfangweg 15
30419 Hannover
Ansprechpartner: Peter Theissing
Tel: + 49 511 27953-23
E-Mail: info@ks-original.de
www.ks-original.de


