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Cyberagentur startet in Berlin den zweiten Ideenwettbewerb: Gesucht werden Konzepte für den cybersicheren Verwaltungsarbeitsplatz der Zukunft.

Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) hat am 19. Mai 2026 im Roten Rathaus Berlin den Ideenwettbewerb HAL2027 gestartet. Gesucht werden Konzepte für den cybersicheren Verwaltungsarbeitsplatz der Zukunft. Der Wettbewerb knüpft an die erfolgreiche Initiative HAL2025 an.
Fokus auf den Verwaltungsarbeitsplatz von morgen
Im Wappensaal des Roten Rathauses fiel der offizielle Startschuss für HAL2027. Im Zentrum steht die Frage, wie Verwaltungsarbeit künftig cybersicher, souverän und praxistauglich gestaltet werden kann.
Der Wettbewerb richtet sich an ein breites Spektrum von Akteurinnen und Akteuren: Forschende, Studierende, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Start-ups, Unternehmen sowie Einzelpersonen.
HAL2027 adressiert ein zentrales Zukunftsfeld der öffentlichen Verwaltung. Digitale Verfahren, KI-Systeme, automatisierte Assistenzfunktionen und neue Arbeitsformen verändern den Arbeitsplatz grundlegend – und erhöhen zugleich seine sicherheitspolitische Relevanz.
Ein cybersicherer Verwaltungsarbeitsplatz umfasst dabei weit mehr als geschützte Hardware oder sichere Software. Gefragt ist eine integrierte Arbeitsumgebung, in der Identitäten, Daten, KI-Nutzung, Berechtigungsstrukturen, Nutzerfreundlichkeit und organisatorische Abläufe zusammengedacht werden.
Anknüpfung an den Erfolg von HAL2025
„Mit HAL2025 haben wir gesehen, was entstehen kann, wenn unkonventionelle Ideen frühzeitig Raum bekommen“, erklärte Bettina Bubnys, kaufmännische Geschäftsführerin der Cyberagentur. „HAL2027 setzt genau dort an: Wir suchen Konzepte, die Verwaltung nicht nur digitaler, sondern sicherer, robuster und souveräner machen.“
Der erste Wettbewerb widmete sich autonomen intelligenten Systemen im Schwarm. Die eingereichten Konzepte waren so tragfähig, dass daraus Impulse für ein eigenständiges Forschungsprogramm entstanden. HAL2027 überträgt diesen Ansatz nun auf die digitale Verwaltung.
Cybersicherheit als Voraussetzung staatlicher Handlungsfähigkeit
Thilo Cablitz, Abteilungsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Berliner Innenverwaltung, betonte in seiner Begrüßung: „HAL2027 setzt ein starkes Zeichen für die Zukunft der Cybersicherheit in Deutschland. Innovationsfähigkeit, staatliche Handlungsfähigkeit und digitale Sicherheit gehören untrennbar zusammen.“
Er unterstrich zudem die Bedeutung sicherer, resilienter und nutzerfreundlicher Arbeitsumgebungen für Verwaltung auf Landes- und Bundesebene. Cybersicherheit sei längst kein Spezialthema mehr, sondern eine Grundvoraussetzung staatlicher Funktionsfähigkeit.
Strategische Herausforderungen der Verwaltungsdigitalisierung
Martin Schallbruch, CEO der govdigital eG, ordnete den Wettbewerb in den größeren Kontext der Verwaltungsdigitalisierung ein. Die genossenschaftlich organisierte Initiative bündelt die Perspektiven von 32 öffentlichen IT-Dienstleistern mit rund zwei Millionen Verwaltungsarbeitsplätzen.
Er hob zentrale Herausforderungen hervor:
- steigende Anforderungen an Krisenreaktionsfähigkeit
- zunehmender Druck durch hybride Bedrohungslagen
- notwendiger Umgang mit technologischen Abhängigkeiten
- Bedarf an skalierbaren, gemeinsamen IT-Lösungen
- Fachkräftemangel und wachsende Bedeutung von KI-Unterstützung
HAL2027 adressiere damit einen Kernbereich staatlicher Handlungsfähigkeit. „Die Fragen, die HAL2027 aufwirft, betreffen nicht nur Technologie, sondern die Zukunftsfähigkeit des Staates insgesamt“, so Schallbruch.
Gesucht: Ideen mit Weitblick
Der Wettbewerb zielt bewusst auf frühe, risikoreiche und zugleich plausible Lösungsansätze ab. Es geht nicht um kurzfristige Produktentwicklung, sondern um Konzepte mit wissenschaftlicher Tiefe und langfristiger Wirkung.
Zu den zentralen Themenfeldern zählen unter anderem:
- sichere Mensch-KI-Interaktion
- vertrauenswürdige Assistenzsysteme
- robuste Identitäts- und Berechtigungsmodelle
- souveräne Arbeitsplatzarchitekturen
- Schutzmechanismen gegen Manipulation, Datenabfluss und Missbrauch
Projektleiter Dr. Jens Weise betonte das enorme Potenzial: „Allein im Umfeld von govdigital sprechen wir von rund zwei Millionen Arbeitsplätzen – diese Größenordnung wollen wir mit dem Wettbewerb adressieren.“
Einreichung und Rahmenbedingungen
Einreichungen sind bis zum 18. August 2026, 23:59 Uhr, möglich. Insgesamt stehen 150.000 Euro Preisgeld zur Verfügung.
Mit HAL2027 verfolgt die Cyberagentur das Ziel, neue Akteurinnen und Akteure zu gewinnen, unkonventionelle Denkansätze sichtbar zu machen und Impulse für zukünftige Forschungsprojekte zu setzen. Entscheidend ist, dass die eingereichten Konzepte über bestehende Lösungen hinausgehen und einen klaren Beitrag zur Cybersicherheit der öffentlichen Verwaltung leisten.
Kontakt:
Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH
Große Steinstraße 19
06108 Halle (Saale)
Ansprechpartner: Michael Lindner, Pressesprecher
Tel.: +49 151 44150 645
E-Mail: presse@cyberagentur.de
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