Bundesweites Bündnis setzt sich für mehr Biotonnen ein

Getrennt gesammelt, können aus Küchen- und Gartenabfällen wertvoller Kompost sowie Biogas werden. Foto: eyetronic/Fotolia.com

Private Haushalte in Deutschland sollen Bioabfälle künftig noch besser getrennt sammeln, damit diese zur Energiegewinnung oder als Dünger verwertet werden können. Am 11. Mai startete deshalb die diesjährige „Aktion Biotonne Deutschland“. Die Initiative unterstützt Kommunen bei der Abfallberatung vor Ort.

Mehr verwertbare Bioabfälle sollen in Zukunft in Deutschlands Biotonnen landen. Mit diesem Ziel startete am 11. Mai die „Aktion Biotonne Deutschland“, welche die Abfallberatung vor Ort unterstützt. Das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt sowie zahlreiche Naturschutz- und Wirtschaftsverbände, Städte, Landkreise und kommunale Unternehmen unterstützen die bundesweite Aktion.

Rund fünf Millionen Tonnen Abfall aus Küche und Garten entsorgen die Deutschen jährlich in der Biotonne. Doch der Großteil der Bioabfälle landet in der Restmülltonne. Damit entgeht ein wertvoller Rohstoff der Verwertung: Aus Bioabfällen kann durch Vergärung der regenerative Energieträger Biogas gewonnen werden, der für eine klimafreundliche Stromerzeugung, die Wärmegewinnung und als Kraftstoff eingesetzt wird. Nach der Vergärung anfallende Rückstände und getrennt gesammelte Bioabfälle werden zu wertvollem Kompost verarbeitet. Dieser wird als Dünger auf Äckern und in Kleingärten genutzt und ersetzt konventionelle Düngemittel und klimaschädlichen Torf.

Dazu sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Bioabfälle aus Küche und Garten in der Restmülltonne sind verschwendete Ressourcen. Dort enden sie nur in der Müllverbrennung. Aber Bioabfälle können mehr: Jeder Gemüseputz, jede Kartoffelschale, jede verwelkte Blume hilft uns beim Klima – und Ressourcenschutz und bei der emissionsarmen Energieerzeugung. Deshalb ist es so wichtig, dass möglichst alle Kommunen Bioabfälle getrennt sammeln und die Biotonne flächendeckend einführen.“

Auch Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamts, sieht noch Handlungsbedarf: „Bundesweit landen über drei Millionen Tonnen Bioabfälle falsch im Restmüll. Es gibt hier also noch ein riesiges Potenzial für mehr Umweltschutz. Bioabfälle müssen auch sauberer werden – Plastik, Glas und Metall gehören nicht in die Biotonne, denn es ist aufwändig und teuer, diese Fremdstoffe wieder aus dem Bioabfall herauszutrennen. Und schließlich möchte niemand Kompost mit Plastikschnipseln und Glassplittern auf dem Acker oder im eigenen Garten haben.“

Die „Aktion Biotonne Deutschland“ ruft deshalb alle Bürger auf, ihr „Biotonnen-Versprechen“ zu geben. Auf der Website der „Aktion Biotonne Deutschland“ können die Bürger ihr Engagement dokumentieren. Zudem veranstalten im Herbst 2020 bundesweit Städte und Landkreise lokale Aktionen zur Abfallberatung im Rahmen der „Aktion Biotonne Deutschland“. Schon jetzt bieten 145 Städte und Landkreise eine telefonische Beratung zur Biotonne an.

Info: Weitere Informationen rund um die Aktion gibt es online unter www.aktion-biotonne-deutschland.de.