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Baustellen können taktile Leitsysteme unterbrechen und damit die Orientierung erschweren. Umso wichtiger sind barrierefreie Übergangslösungen während der Bauphase.

Viele Städte und Gemeinden haben in den vergangenen Jahren konsequent in barrierefreie Infrastruktur investiert. Taktile Bodenindikatoren wie Leitstreifen und Aufmerksamkeitsfelder ermöglichen blinden und sehbehinderten Menschen eine sichere Orientierung im öffentlichen Raum. In der Praxis zeigt sich jedoch eine wiederkehrende Schwachstelle: Genau dort, wo Wegeführungen aufgrund von Baustellen, Umleitungen oder Veranstaltungen vorübergehend verändert werden, endet häufig auch das bestehende taktile Leitsystem.
Für Menschen, die sich mit Langstock und taktilen Bodenidikatoren orientieren, entsteht dadurch von einem Moment auf den anderen eine erhebliche Unsicherheit. Absperrungen, Bauzäune oder temporäre Wegeführungen sind visuell für sehende Personen meist klar erkennbar, bieten taktil jedoch keine Orientierung. Damit stellt sich für Kommunen nicht nur eine praktische, sondern auch eine planerische und ordnungsrechtliche Frage: Wie lässt sich Barrierefreiheit auch während temporärer Maßnahmen aufrechterhalten?
Temporäre taktile Führung als fehlendes Bindeglied
Für genau diesen Anwendungsfall wurden mit NavTac taktile Markierungsfolien als temporäres Leitsystem entwickelt. Sie schließen die Lücke zwischen dauerhaft eingebauten Bodenindikatoren und vorübergehend geänderten Verkehrsführungen. NavTac besteht aus taktilen Leitstreifen und Aufmerksamkeitsfeldern und ist speziell für solche Einsätze konzipiert worden.
- Leitstreifen zur linearen Führung entlang eines sicheren Weges
- Aufmerksamkeitsfelder zur Markierung von Gefahrenstellen, Richtungswechseln oder Entscheidungspunkten
Die Elemente bestehen aus vorgeformter, rutschhemmender Markierungsfolie und sind sowohl taktil als auch visuell wirksam. Damit profitieren nicht nur vollständig blinde Menschen, sondern auch Personen mit Restsehvermögen, die auf kontrastreiche Markierungen angewiesen sind.

Relevanz für die kommunale Praxis
Für Bauämter, Tiefbauabteilungen und kommunale Bauhöfe ist entscheidend, dass temporäre Lösungen nicht nur normgerecht gedacht, sondern auch alltagstauglich umsetzbar sind. NavTac lässt sich ohne Spezialwerkzeug verlegen und parallel zur Einrichtung einer Baustellen- oder Veranstaltungsabsperrung aufbringen. NavTac kann auf verschiedenen Untergründen wie z.B. auf Asphalt, Pflaster oder Gehwegplatten eingesetzt werden.
Ein weiterer Vorteil liegt im Rückbau: Nach Abschluss der Maßnahme lässt sich die Markierung durch händisches Abziehen rückstandsfrei entfernen, ohne den Belag zu beschädigen. Das reduziert den Aufwand bei provisorischen baulichen Lösungen erheblich und erleichtert den Einsatz insbesondere bei kurzfristigen oder häufig wechselnden Verkehrsführungen.

Entwicklung mit Nutzern aus der Praxis
Von besonderer Bedeutung ist bei solchen Systemen die tatsächliche Nutzbarkeit im Alltag. NavTac wurde gemeinsam mit einer Schule für blinde und sehbehinderte Menschen, Blindenverbänden und dem Arbeitskreis „Barrierefreie Baustelle“ entwickelt. Erfahrungen aus täglichen Herausforderungen der späteren Nutzerinnen und Nutzer flossen neben der Anlehnung an die DIN direkt in die Gestaltung von Profilen, Tastbarkeit und Handhabung ein.
Dieser nutzerorientierte Ansatz ist im Bereich der Barrierefreiheit besonders relevant: Technische Lösungen entfalten ihren Wert erst dann, wenn sie unter realen Bedingungen zuverlässig funktionieren und von den Betroffenen intuitiv erfasst werden können.

Einsatzfelder über die Baustelle hinaus
Temporäre taktile Leitsysteme sind nicht nur bei Straßen- und Tiefbaumaßnahmen interessant. Auch bei Wochenmärkten, Stadtfesten, Umleitungen im Zuge von Veranstaltungen oder anderen vorübergehenden Eingriffen in den öffentlichen Raum ist eine taktile Wegeführung erforderlich. Überall dort, wo bestehende Bodenindikatoren unterbrochen oder unzugänglich werden, entsteht Handlungsbedarf.
Für Kommunen bedeutet das: Barrierefreiheit darf nicht ausschließlich als dauerhafte bauliche Infrastruktur verstanden werden, sondern auch als Bestandteil temporärer Verkehrs- und Veranstaltungsplanung. Ein mobiles, schnell einsetzbares taktiles Leitsystem kann hier zu einem wichtigen Werkzeug im kommunalen Alltag werden.

Internationale Anerkennung für ein praxisnahes Konzept
Dass dieser Ansatz zunehmend Beachtung findet, zeigt auch die internationale Resonanz: Das temporäre taktile Leitsystem NavTac wurde auf der weltweit wichtigsten Fachmesse für Verkehrstechnik und Straßeninfrastruktur, der Intertraffic Amsterdam 2026, mit einer Special Jury Mention ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt Lösungen mit besonderem gesellschaftlichem Nutzen und unterstreicht die Relevanz temporärer Barrierefreiheit im öffentlichen Raum.
Fazit
Barrierefreiheit endet nicht mit der Einrichtung einer Baustelle. Gerade in temporär veränderten Situationen entscheidet sich, ob Mobilität für ALLE tatsächlich mitgedacht wurde. Taktile Markierungsfolien helfen, vorhandene Leitsysteme übergangsweise fortzuführen und damit Sicherheit, Orientierung und Teilhabe auch während Baumaßnahmen oder Veranstaltungen sicherzustellen. Für Städte und Gemeinden sind sie damit die praxistaugliche Ergänzung im Instrumentarium barrierefreier Verkehrsführung.
Weitere Informationen zu temporären taktilen Markierungsfolien und zum System NavTac stellt Brite-Line Europe auf seiner Website bereit.
Kontakt:
Brite-Line Europe GmbH
Bongard-und-Lind-Straße 1
56414 Weroth
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