Landesprogramm unterstützt Kommunen mit Konzepten

Eröffnungsaktion der „Feierwehr“, einem zur alkoholfreien Cocktailbar umgebauten alten Feuerwehrauto der Starthilfekommune Weinheim. Minister Lucha (3. v. r.) im Gespräch mit den Initiatoren des Weinheimer Projekts. – Foto: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

Städte und Gemeinden spielen eine große Rolle bei der Alkoholprävention von jungen Menschen. Die baden-württembergische Landesregierung sieht sich mit ihrem Präventionsprogramm wissenschaftlich bestätigt.

Für das vor zwei Jahren begonnene Förderprogramm „Junge Menschen im öffentlichen Raum – Prävention von riskantem Alkoholkonsum“ stellte das Land Baden-Württemberg eine Million Euro bereit. Der Programmansatz gliedert sich in zwei Bestandteile. Die Aufteilung sieht einerseits eine Förderung von Projekten der Jugend- und Suchthilfe und andererseits die Unterstützung von Kommunen bei der Erarbeitung eigener Präventionskonzepte vor. Die wissenschaftliche Bewertung erfolgte durch die Universität Tübingen. Sie bestätigt den Erfolg des Programms.

Gesundheitsminister Manfred Lucha zog auf der Fachtagung „Kommunale Alkoholprävention – Junge Menschen im öffentlichen Raum“ am 3. April in Stuttgart eine positive Bilanz. Lucha betonte die Nachhaltigkeit der Maßnahmen und sagte: „Einmalige Aktionen bringen wenig.“ Ausschlaggebend für den Erfolg seien auch eine enge Vernetzung und Zusammenarbeit aller relevanten Akteure in den Städten und Gemeinden. Die Erfahrungen aus dem Programm hätten gezeigt, dass sich besonders die direkte Ansprache der Jugendlichen durch Streetworker, mobile Jugendarbeit oder andere Jugendliche bewährt. Flankierend dazu könnten alternative Angebote wie zum Beispiel Sport statt Alkohol sinnvoll sein.

Er zeigte weiter auf: „Mit den gewonnen Erkenntnissen lassen sich für alle Kommunen im Land wichtige Handlungsempfehlungen für die Alkoholprävention bei jungen Menschen ableiten.“ Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen seien nicht die einzige Möglichkeit, um Trinkgelage und Lärmbelästigungen in den Griff zu bekommen.

Rund die Hälfte des Geldes wurde für zwölf Projekte der Jugend- und Suchthilfe in elf Städten und zwei Landkreisen eingesetzt, die übermäßigem Alkoholkonsum von jungen Menschen im öffentlichen Raum vorbeugen und alternative Freizeitaktivitäten auf Plätzen und Straßen fördern sollten. Gefördert wurden Projekte unter anderem in Freiburg, Göppingen, Lörrach, Ravensburg und Mannheim.

Mit der anderen Hälfte des Geldes, dem Programmbaustein „Starthilfe“, wurden 18 Kommunen dabei unterstützt, eigene Präventionskonzepte zu erarbeiten sowie die dafür erforderlichen Netzwerkstrukturen aufzubauen. Die Gemeinden erhielten durch „Starthilfeworkshops“ konkrete Hilfen und erarbeiteten ein eigenes Gesamtkonzept und erste Maßnahmen zur Umsetzung. Realisiert wurde der Baustein unter anderem in Weinheim, Bruchsal, Öhringen, Ludwigsburg und im Main-Tauber-Kreis.

Info: Die Tagung wurde veranstaltet vom Sozialministerium, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV). Schwerpunkte der Fachtagung waren ein Gesamtüberblick über die aktuelle Situation der Alkoholmissbrauchsprävention, Evaluationsergebnisse zum Landesprogramm „Junge Menschen im öffentlichen Raum – Prävention von riskantem Alkoholkonsum“ sowie die Ergebnisse der Projektstandorte des Förderprogramms und die Erfahrungen der Starthilfe-Standorte. Die Veranstaltung richtete sich unter anderem an Suchtbeauftragte der Stadt- und Landkreise, Fachkräfte der Psychosozialen Beratungsstellen und der Jugendhilfe, der Polizei, aber auch an Personen aus Gastronomie und Einzelhandel.